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Autor:
Erich Meerbach
 
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BEZAHLTE GRUNDSCHULDEN LÖSCHEN ODER NICHT?

 

Üblicherweise wird der Kauf eines Eigenheimes ganz oder teilweise mit Bankdarlehen finanziert. Zur Absicherung dieser Darlehen lassen sich alle Banken, Sparkassen oder sonstige Kreditinstitute (nachfolgend spreche ich nur noch von „Banken“) sog. Grundschulden in das Grundbuch der erworbenen Immobilie eintragen. Weiter lassen sie sich vom Notar, der die Grundschuld beurkundet, vollstreckbare Grundschuldurkunden geben, aus denen im Fall der Nichtzahlung die Zwangsversteigerung des Grundstücks wie auch die Zwangsvollstreckung in das sonstige Vermögen des Schuldners betrieben werden kann.

 

Was tun, wenn Ihre Schulden bezahlt sind?

 

In den meisten Fällen übersendet die Bank Ihnen automatisch eine Löschungsbewilligung. Mit dieser  können Sie dann beim Grundbuchamt die Löschung der Grundschuld im Grundbuch beantragen. Ihre Unterschrift unter dem Löschungsantrag muss zuvor notariell beglaubigt werden. Wenn es sich um eine sog. Briefgrundschuld handelt, bei der neben der Eintragung in das Grundbuch zusätzlich ein Grundschuldbrief ausgestellt und der Bank übergeben wurde, müssen Sie auch den von der Bank zurückgesandten Grundschuldbrief dem Grundbuchamt vorlegen, damit die Grundschuld im Grundbuch gelöscht werden kann.

 

Wenn die Bank Ihnen die für die Löschung erforderlichen Unterlagen nicht automatisch zurücksendet, nachdem die Schulden bezahlt sind, sollten Sie diese zeitnah selbst zurückfordern. Aus Beweisgründen sollten Sie dies schriftlich tun. Bitte beachten Sie, dass nach dem Gesetz Ihr Anspruch auf Erteilung einer Löschungsbewilligung und Rückgewähr aller Unterlagen in 10 Jahren gerechnet vom Ende des Jahres an, in dem Sie alle durch die Grundschuld gesicherten Schulden bezahlt haben, verjährt, wenn nicht anderes vereinbart wurde.  

 

Die Kosten für die Löschung einer Grundschuld hängen von der Höhe des eingetragenen Schuldbetrages ab.

 

Lohnt es sich, die Grundschuld im Grundbuch stehen zu lassen?

 

Manchmal wird empfohlen, die Grundschuld nicht zu löschen sondern eingetragen zu lassen, um sie bei eventuellem neuen Kreditbedarf wieder zu verwenden. Eine klare Ersparnis bringt dies dann, wenn Sie das neue Darlehen bei derselben Bank aufnehmen, da diese ja bereits im Grundbuch eingetragen ist. Sie müssen dann nur die Ihnen bereits übersandte Löschungsbewilligung zurückgeben. Falls es sich um eine Briefgrundschuld handelt, müssen Sie der Bank zusätzlich den Grundschuldbrief wieder zurückgeben, wenn Sie ihn überhaupt zuvor von ihr zurück erhalten hatten. Neue Notar- oder Gerichtskosten entstehen in diesen Fällen nicht.

 

Wenn Sie hingegen den neuen Kredit bei einer anderen Bank aufnehmen, wird es komplizierter. Die noch im Grundbuch eingetragene bisherige Bank muss zunächst die Grundschuld in notariell beglaubigter Form an die neue Bank abtreten, danach muss diese Abtretung ins Grundbuch eingetragen und die vollstreckbare Urkunde umgeschrieben werden.

 

Wenn es sich um eine Briefgrundschuld handelt, reicht eine notariell beglaubigte Abtretungserklärung der bisherigen Bank und die Übergabe des Grundschuldbriefes an die neue Bank sowie die Umschreibung der vollstreckbaren Urkunde.

 

Gegenüber  der Löschung und späteren Neubestellung einer vollstreckbaren Grundschuld, die z.B. bei einer Grundschuld über 150.000 € ca. 1.000 € kostet, kann man bei Abtretung einer Buchgrundschuld ca. 35% und bei Abtretung einer Briefgrundschuld ca. 25% Kosten sparen. Die Ersparnis der Löschungskosten ist aber nur vorläufig, da die Grundschuld irgendwann ohnehin gelöscht wird.

 

Grundschuldbrief sicher verwahren

 

Wenn Sie bei einer Briefgrundschuld den Grundschuldbrief und die Löschungsbewilligung von der Bank zurück erhalten haben und die Grundschuld nicht sofort löschen lassen, müssen Sie diese sehr sorgfältig aufbewahren. Ohne den Brief können Sie die Grundschuld nicht löschen lassen, was beim Verkauf oder bei einer Erbauseinandersetzung zu ärgerlichen Verzögerungen führen kann. Wenn der Grundschuldbrief verloren gegangen ist, muss er durch das Amtsgericht aufgeboten und anschließend für unwirksam erklärt werden. Ein derartiges Aufgebotsverfahren ist teuer (bei 150.000 € Grundschuld ca. 2.850 €) und dauert im Regelfall mindestens 6 Monate.

 

 

Stand 09/2014

 

 
   
 
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