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Autor:
Dietrich Schenke
 
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Gebäudeeigentümer müssen Häuser energetisch sanieren -Prüfung durch den Bezirksschornsteinfeger

Am 01.10.2007 trat die Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft, die zum 01.10.2009 verschärft wurde. Sie enthält nicht nur Vorschriften über Energiesparmaßnahmen bei Neubauten, sondern auch Nachrüstpflichten bei Bestandsgebäuden. Hauseigentümer sollten also wissen, inwieweit sie zur energetischen Sanierung ihrer Häuser verpflichtet sind. Der Bezirksschornsteinfeger prüft die Umsetzung der Sanierungspflichten. Wer diese ignoriert, kann eine Ordnungswidrigkeit begehen. 

Nachrüstpflichten bei Heizkesseln

Wer noch eine Gas- oder Ölheizung betreibt, muss aufpassen. Hauseigentümer mussten Heizkessel, die mit Öl oder Gas betrieben werden – also Öl oder Gasheizungen – und die vor dem 01.10.1978 eingebaut oder aufgestellt worden sind, bis zum 31.12.2006 außer Betrieb nehmen. Wurden solche Heizkessel nach dem 01.11.1996 so modernisiert, dass die zulässigen Abgasverlustgrenzwerte eingehalten worden sind oder wurde der Brenner nach dem 01.11.1996 erneuert, verlängert sich die Frist bis zum 31.12.2008. Ausnahmen gelten nur für sehr kleine Heizkessel mit einer Nennwertleistung unter 4kW oder sehr große Heizkessel mit einer Nennwertleistung über 400 kW sowie für Niedertemperaturheizkessel oder Brennwertkessel. Einzelheiten regelt § 10 EnEV.

Dämmen von Heizungs- und Wasserleitungen und obersten Geschossdecken

Warmwasserleitungen und Heizungsleitungen, die durch Heizungskeller, Hauswirtschaftsräume oder Nutzkeller verlaufen, müssen ausreichend gedämmt werden. Denn Hauseigentümer mussten alle ungedämmten, zugänglichen Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen, die sich nicht in beheizten Räumen befinden, bis zum 31.12.2006 ausreichend dämmen. Weiter mussten nicht begehbare, aber begehbare oberste Geschossdecken – zum Beispiel auf Dachböden bei ungedämmten Dächern -, bis zum 31.12.2006 so gedämmt werden, dass der Wärmedurchgangskoeffizient („U-Wert“) der Geschossdecke 0,3 Watt je Quadratmeter Kelvin nicht überschreitet. Das wird in der Regel erreicht, wenn eine 12 cm starke Dämmung auf der obersten Geschossdecke liegt.

Alle diese Auflagen werden durch den Bezirksschornsteinfeger überprüft. Stellt er fest, dass die erforderlichen Maßnahmen bisher nicht oder nicht ausreichend umgesetzt worden sind, setzt er den Gebäudeeigentümern hierfür eine Frist. Nach Fristablauf kann er die Bauaufsicht einschalten.

Erleichterung bei eigengenutzten Immobilien

Wer in einem Ein- oder Zweifamilienhaus wohnt, das ihm selbst gehört, und das Haus zum Stichtag 01.02.2002 selbst bewohnt hat, muss selbst nicht nachrüsten. Wird ein nicht nachgerüstetes Haus aber verkauft, müssen die neuen Eigentümer binnen zwei Jahren die erforderlichen Nachrüstungsmaßnahmen durchführen. Wer eine Gebrauchtimmobilie kauft sollte also vorsichtshalber beim Bezirksschornsteinfeger nachfragen, ob noch kostenintensive Nachrüstungen anstehen.

Verschärfung der EnEV

Um den Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser weiter zu senken, trat am 01.10.2009 eine weitere Verschärfung der EnEV in Kraft. Im Einzelnen gilt:

  • Bis zum 31.12.2011 müssen auch begehbare Geschossdecken gedämmt werden, falls das Dach darunter ungedämmt ist.
  • Nachstrom-Speicherheizungen sind ab 2020 schrittweise außer Betrieb zu nehmen. Zunächst betroffen sind Nachtspeicheröfen, die älter als 30 Jahre sind in Wohngebäuden mit mindestens sechs Wohneinheiten.
  • Für Neubauten wird die Obergrenze für den zulässigen Jahres-Primärenergiebedarf um durchschnittlich 30 % gesenkt. Wärmedämmung muss daher um durchschnittlich 14 % besser als bisher üblich ausgeführt werden.
  • Bauunternehmer müssen ihren Bauherren die Einhaltung der Vorschriften der EnEV bei der Modernisierung von Gebäuden schriftlich bestätigen.
  • Verstöße gegen bestimmte Vorgaben der EnEV stellen Ordnungswidrigkeiten dar. Die Überprüfung erfolgt durch den Bezirksschornsteinfeger.

 

Stand 11/2012

 

   
 
   
 
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