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Autor:
Dietrich Schenke
 
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Welche Änderungen kommen 2012 auf Immobilieneigentümer zu?

 

 

In 2012 müssen sich Hauseigentümer auf Neuerungen einstellen, die vor allem die Bereiche Steuern, Energie und Miete betreffen. Wir bieten einen Überblick.

 

Grunderwerbsteuer erhöht

In Schleswig-Holstein gilt jetzt ein erhöhter Grunderwerbsteuersatz von 5 % statt bisher 3,5 %.

 

Solarförderung sinkt

Die staatliche Förderung für neu errichtete Photovoltaikanlagen sinkt um ca. 15 %. Private Eigentümer, die Anfang des Jahres 2012 damit beginnen, mittels Photovoltaik-Dachlanlagen produzierten Strom in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen, erhalten für kleinere Anlagen mit bis zu 30 kW Leistung 24,43 Cent je Kilowattstunde. Hintergrund: Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) verpflichtet Netzbetreiber, dem Betreiber einer privaten Photovoltaikanlage 20 Jahre lang Strom abzukaufen zu einem gesetzlich festgelegten Tarif, der jetzt erneut reduziert wurde. Eine weitere Reduzierung ist zum 1. Juli 2012 beabsichtigt, deren Höhe aber derzeit unklar ist.

 

KfW-Förderung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat Änderungen ihrer wohnwirtschaftlichen Programme beschlossen:

  • Das Programm „Wohnraum modernisieren“ wurde eingestellt. Allgemeine Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen können nicht mehr über das KfW-Wohnraummodernisierungsprogramm finanziert werden.
  • Das Programm „Altersgerecht Umbauen“ wird fortgeführt. Allerdings leistet die KfW zu altersgerechten Umbaumaßnahmen keine Zuschüsse mehr, sondern bietet nur noch verbilligte Zinssätze, die aber im Vergleich zu 2011 deutlich gestiegen sind.
  • Neues Programm „Energetische Stadtsanierung“: Für energieverbessernde Maßnahmen in ganzen Stadtquartieren können Kommunen zinsgünstige Kredite beantragen. Privatleute erhalten die Förderung nicht.

 

Neben den bereits wirksamen Gesetzesänderungen sind weitere Neuerungen denkbar, von denen aber noch unklar ist, ob sie tatsächlich in Kraft treten. Hierzu das Wichtigste in Kürze:

 

Sonderabschreibung Gebäudesanierung

Die Bundesregierung  arbeitet an einer Verbesserung des Klimaschutzes. Unter anderem ist geplant, durch eine Änderung des Einkommensteuergesetzes die energetische Sanierung von Gebäuden zu fördern. Wer sein Haus energetisch saniert und bei einem vor 1995 errichteten Gebäude den Energiebedarf erheblich verringert, kann die Sanierungskosten unter bestimmten Voraussetzungen zu 100 % steuerlich geltend machen, indem sie über 10 Jahre mit maximal 10 % jährlich abgeschrieben werden. Voraussetzung ist, dass die Verringerung des Energiebedarfs durch einen Sachverständigen bestätigt wird und die Baumaßnahme nicht vor dem 31.12.2011 begonnen wurde. Von der Abschreibungsmöglichkeit profitiert aber nur, wer auch so hohe Einnahmen hat, dass er die Abschreibung voll ausnutzen kann. Die Gesetzesänderung ist noch nicht beschlossen. Den Gesetzesentwurf der Bundesregierung hat der Bundesrat gekippt. Ein Einigungsversuch im Vermittlungsausschuss scheiterte. Ob die Regierung den Gesetzesentwurf gegen den Widerstand der Länder durchsetzen kann, ist noch unklar.

 

Mietrechtsreform: Kampf gegen Mietnomaden

Die Bundesregierung hat ein Mietrechtsmodernisierungsgesetz vorgelegt, das im Frühjahr beraten werden soll. Kern des Gesetzesentwurfs sind eine Bekämpfung des Mietnomadentums durch eine Hinterlegungsregelung, Erleichterungen bei der Zwangsräumung von Wohnungen und auch eine Entbürokratisierung bei der energetischen Sanierung.

 

EnEV 2012: Verschärfungen für Immobilieneigentümer?

Im 2012 soll eine neue Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft treten, deren Inhalt noch nicht abschließend geklärt ist. Es ist denkbar, dass die Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden erhöht werden. In Verkaufs- und Vermietungsanzeigen in kommerziellen Medien soll ein Indikator über die Gesamtenergieeffizient des jeweiligen Gebäudes angegeben werden müssen. Außerdem könnte für Gebäude, in denen auf mehr als 500 qm Fläche starker Publikumsverkehr herrscht - z.B. Mehrfamilienhäuser mit Restaurant oder Ladengeschäft im Erdgeschoss - eine Aushangpflicht für vorhandene Energieausweise beschlossen werden.

 

Stand 02/2012

   
 
   
 
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